| Erläuterung: |
Die einsame Insel im Pazifischen Ozean umweht seit Jahrhunderten
ein Hauch von Zauber und Magie. In einem Radius von 3600 Kilometern liegt kein bewohnbares
Land in ihrer Nähe. Die Ureinwohner lebten über Jahrhunderte völlig autark und in
Frieden. Sie hatten niemanden, mit dem sie hätten Handel treiben können. Und dennoch
erschufen sie eine Kultur, die jeden Besucher in Staunen versetzt. Als
erster Europäer hat Kapitän Jakob Roggewegen dieses Eiland entdeckt. Er war im Auftrag
der Holländischen Westindischen Kompanie unterwegs, um das sagenumwobene Davisland zu
suchen. Stattdessen stieß er an Ostern 1722 auf eine Insel, deren gesamte Küste mit
rätselhaften Steingiganten bevölkert war. Er nannte sie nach dem Tag ihrer
Entdeckung - OSTERINSEL.
Woher kamen diese Menschen, die in der Lage waren, 20 Meter hohe Steinkolosse
aufzustellen? Wie kamen sie auf diese einsame Insel? Auch konnten die "weißen
Götter", wie die Osterinsulaner die fremden Ankömmlinge nannten, weit und breit
keine Felsen sehen, die den Ureinwohnern als Bildhauerwerkstätte hätten dienen können.
Welche Transportwege benutzen sie?
Die unruhigen Seefahrer blieben nicht lange. So nahmen sie ihre Fragen
unbeantwortet als Geschichten wieder mit in ihre Heimat. Aus den Geschichten wurden
Rätsel, aus den Rätseln wurden Mythen.
Als 52 Jahre später der berühmte Kapitän James Cook die Insel wieder anlief,
lag die Hochkultur der Osterinsel mit ihren Steingiganten zerstört am Boden. Nur noch
wenige Menschen lebten angstbesetzt in unzugänglichen Höhlen. Was war passiert in der
kurzen Zeit? War es eine Naturkatastrophe, die zum Untergang dieser sagenhaften Kultur
geführt hat? Kam es zu einem Krieg um Nahrungsmittel? Oder vielleicht beides? Die
Überlieferungen der Ureinwohner bieten nur widersprüchliche Antworten. Was auch immer
passiert sein mag, die Steingiganten, welche diese abgeschiedene Insel bevölkern, sind
stille Zeugen einer Katastrophe, die dem Besucher die Vergänglichkeit der Erde vor Augen
führt. |