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Tokajer Weinregion

Art: Naturdenkmal
seit: 2002
Erläuterung: Die Tokajer Weinregion repräsentiert die hier seit fast einem Jahrtausend lebendig erhaltene Kulturtradition des Weinanbaus. Zu der Kulturlandschaft zählen historische Weingüter, Weinkeller und Produktionsstätten ebenso wie traditionelle landwirtschaftliche Betriebe. Bereits seit drei Jahrhunderten wird die Qualität der Tokajer Weinproduktion streng kontrolliert.
Bild: ungarn_tokaj.gif (91486 Byte)

Burgviertel Buda und Uferzone der Donau in Budapest

Art: Kulturdenkmal
seit: 1987
Erläuterung:

Nach der offiziellen Bezeichnung auf der Liste des Weltkulturerbes erhielten "Budapest, das Panorama beidseitig der Donau zwischen Margareteninsel und Gellért-Berg sowie das Budaer Burgviertel" die Auszeichnung als Mitglied im Klub des Weltkulturerbes.

Die Budaer Burg wurde vor 750 Jahren begonnen. 100 Jahre später, als der Sitz der Könige von Visegrád nach Buda verlegt wurde, entstand der Vorgänger des heutigen Palastes, der im 15. Jahrhundert erst im gotischen Stil und dann im Zeichen des Quattrocento erneuert wurde. Das Palastensemble bildet heute das bedeutendste Kulturzentrum der Hauptstadt, wo neben zahlreichen Museen auch die größte Bibliothek des Landes einen Platz erhalten hat.

Das Burgviertel bietet auch unter der Erde prächtige Sehenswürdigkeiten. Das hier anzutreffende Höhlensystem stellt ein einzigartiges natürliches Gebilde dar.

Die Kulturerbestätte wurde 2002 auf ein größeres Stadtensemble ausgedehnt, wozu auch der Prachtboulevard Andrássy út und ein Teil der U-Bahn, eine der ältesten Untergrundbahnen Europas, gehören.

Bild: ungarnburg.jpg (45681 Byte)

Traditionelles Dorf Hollokö

Art: Kulturdenkmal
seit: 1987
Erläuterung: Dieses Dorf mit seinen 55 denkmalgeschützten Gebäuden stellt ein wahres Schmuckkästchen dar, das seine Besucher im gleichen Zustand wie eingangs des 20. Jahrhunderts empfängt. In praktisch jedem Haus trifft man ein Museum oder ein Folkloregeschäft an, das die Leistungen in Architektur und Kunst der Hochland-Paloczen rühmt. Selbstverständlich ist die Zivilisation auch hierhin vorgestoßen, doch haben die Einwohner alle verräterischen Zeichen außerordentlich diskret versteckt.

In Hollóko finden im Jahresverlauf gleich mehrere Veranstaltungen im Umfeld von Feiertagen statt, mit denen die Traditionen bewahrt werden: das Osterfestival, Fronleichnam, das Paloczen-Foklorefestival, die Burgtage und das Erntedankfest. Die Umgebung bietet ausgezeichnete Bedingungen für Wanderungen, Radtouren, zum Reiten, Jagen und Angeln.

Bild: ungarnhollo.jpg (24482 Byte)

Aggtelek Höhlen und der Slowakische Karst

Art: grenzüberschreitendes Naturdenkmal
seit: 1995
Erläuterung: Die durch die ungarisch-slowakische Staatsgrenze zweigeteilten, aber geographisch eine Einheit bildenden Höhlen der Karstgegend erwarben den Titel eines Weltkulturerbes auf der Grundlage einer durch die beiden Länder gemeinsam eingereichten Bewerbung. Diese unterirdische Welt ist der erste und bislang auch einzige derartige natürliche Wert in Ungarn, der den gemeinsamen Anforderungen, "auch im Weltmaßstab herausragend" und "unberührt" zu sein, gerecht werden konnte.

In dem aus 220-240 Millionen Jahre alten Kalksteinen bestehenden Karstgebiet auf einer Fläche von 60.000 Hektar kennen wir gegenwärtig 712 Höhlen, unter denen 262 auf ungarischer Seite eine Öffnung haben. Der bedeutendste Repräsentant darunter ist das 25 km lange Baradla-Domica-Höhlensystem, welches bis zum heutigen Tage die längste Höhle der gemäßigten Klimazone mit Tropfsteinen und Bächen darstellt. In dieser eigenhaften, geschlossenen Welt der Höhlen leben mehr als 500 Höhlenbewohner und Höhlen präferierende Tierarten.

Benediktinerabtei Pannonhalma

Art: Kulturdenkmal
seit: 1996
Erläuterung: Fürst Géza, Vater des Staatsgründers König István I. (Hl. Stefan), siedelte in Pannonhalma jene deutschstämmigen Benediktinermönche an, die die Bekehrung der heidnischen Ungarn zur Aufgabe hatten. Sie schufen parallel zur Gründung die erste Klosterschule im Lande. Der Hl. Stefan stärkte das Kloster im Jahre 1002 mit Rechten und Privilegien, das den Ausgangspunkt der christlichen Mission in Transdanubien bedeutete. Im Verlauf des 11. Jahrhunderts wurde die erste Kirche mitsamt Kloster errichtet, denen im 13. Jahrhundert der Bau des heutigen Ensembles aus Kirche und Unterkirche folgte. Das schönste Andenken an jene Zeit ist die noch heute sichtbare Porta Speciosa. Im Verlauf der folgenden Jahrhunderte wuchs das Kloster sowohl hinsichtlich seiner Größe als auch seiner Bedeutung beständig weiter. Hier wurde ein Archivmaterial von einmaligem Wert zusammengetragen. Seit dem 18. Jahrhundert übernahm die Einrichtung außerdem Unterrichtsfunktionen, wurde zur Heimstatt eines Gymnasiums, das zur Zeit des II. Weltkrieges als das modernste im Lande galt, sowie für die Religionsschule "Szent Gellért".

Außer der Basilika und der Unterkirche können auch die Bibliothek und eine Ausstellung besichtigt werden, in der Geschichte und Sammlungen der Abtei vorgestellt werden. Da die Mönchsgemeinde auch heute ein aktives Glaubensleben führt, werden Besucher mit Vorliebe nach Voranmeldung empfangen. Die Denkmäler des Hauptklosters können nur in Begleitung eines örtlichen Ausstellungsführers besichtigt werden.

Bild: ungarnpannon.jpg (35762 Byte)

Nationalpark Hortobágy

Art: Kulturdenkmal
seit: 1999
Erläuterung: Die Hortobágy bildet eine flache, begraste Puszta vom Rande der Hajdúság bis zur Theiß auf 115 km2. Um ihre natürlichen Werte und ihre Tier- und Pflanzenwelt zu bewahren, wurde sie 1973 zum Nationalpark erklärt.

Im Mittelalter belebten blühende Dörfer und Ortschaften die heutige Hortobágy. Der Tatarensturm von 1241/42 und die anderthalb Jahrhunderte währende Türkenherrschaft entvölkerten das Gebiet jedoch völlig, wo sich später ein spezifisches Hirtenleben herausbildete, das noch in der jüngsten Vergangenheit der Gegend ihren Charakter verlieh.

Die Puszta zieht auch heute viele Interessenten an, nachdem sie selbst in ihrer jetzigen Form viel von ihrer einstmaligen Romantik bewahrt hat. Die sich über den Fluss Hortobágy langstreckende "neunlöchrige" Brücke ist Ungarns längste Steinbrücke; aus dem in ihrer Nähe gesetzten Aussichtsturm bietet sich ein schöner Blick auf die unendlich erscheinende Puszta.

Bild: ungarnhorto.jpg (36331 Byte)

Frühchristlicher Friedhof von (Sopianis) Pécs

Art: Kulturdenkmal
seit: 2000
Erläuterung: Der Friedhof liegt unter dem Domplatz und seiner Umgebung im nordwestlichen Teil der Altstadt und stammt aus der Römerzeit. Im 2. Jahrhundert nach Christus gründeten die Römer an der Stelle des heutigen Pécs eine Siedlung namens Sopianae, die sie im 3. Jahrhundert zur Verwaltungshauptstadt der Teilprovinz Pannonia Valeria erhoben. Wie in alle anderen Provinzen des Römischen Reiches kamen auch hierher bald die ersten Christen, die ab dem 4. Jahrhundert ihren Glauben frei ausüben durften. Die frühchristliche Gemeinde der Stadt Sopianae hat auf ihrem damaligen Friedhof zahlreiche Grabmäler errichtet. Insgesamt wurden bisher 16 Kapellen und Grabkammern freigelegt, von denen derzeit drei besichtigt werden können.

Die bereits 1782 entdeckte Peter und Paul-Grabkammer ist wohl das bekannteste frühchristliche Bauwerk Pannoniens. Vom ursprünglich zweistöckigen Gebäude ist die Grabkammer erhalten geblieben, deren Wände reich mit Wandmalereien geschmückt sind. Gegenüber dem Eingang weisen die Apostel Peter und Paul auf das Christusmonogramm hin. Dieses Christogramm wurde übrigens auch zum Symbol des Pécser Weltkulturerbes erwählt. An den Seitenwänden sind biblische Szenen dargestellt. Im 20. Jahrhundert wurde die sogenannte "Krug-Grabkammer" freigelegt, benannt nach dem in einer Nische an der Nordwand dargestellten Krug und Kelch. Oberhalb der unterirdischen Grabkammer befindet sich eine Kapelle. Die Seitenwände sind mit geometrischen Motiven und Pflanzenornamenten geschmückt, die das Paradies symbolisieren sollen.

In den 70er Jahren stiessen die Archäologen auf die Grundmauern einer Kapelle mit Ostapsis, das sogenannte Mausoleum, und darunter auf eine Grabkammer mit drei Marmorsarkophagen. Die Wandmalereien zeigen Adam und Eva und Daniel in der Löwengrube. Das Mausoleum wurde bereits vollständig restauriert und mit einem klimatisierten Schutzgebäude versehen, das für konstante Temperatur und Luftfeuchtigkeit sorgt. Die in der Apáca utca freigelegte Kapelle besitzt keine unterirdische Grabkammer. Ursprünglich diente das ganze Gebäude als Grabkammer, wurde dann aber umgebaut und mit einem Altar versehen. Die frühchristlichen Grabmäler von Pécs gewähren uns Einblick in den Totenkult der Anfänge des Christentums. In ihrer Fülle und Vielfalt stellen sie wirklich ein einzigartiges frühchristliches Kulturgut dar. Die Einwohner von Pécs sind stolz auf ihr Weltkulturerbe, sie wissen aber auch, dass sie für seine Pflege und Erhaltung verantwortlich sind.

Bild: ungarnpecs.jpg (39862 Byte)

Kulturlandschaft Neusiedler See (ungarisch: Fertö-tö)

Art: grenzüberschreitendes Kultur- und Naturdenkmal
seit: 2001
Erläuterung: Der einzigartige Naturraum am Ostrand der Alpen und am Westrand der Kleinen Ungarischen Tiefebene wurde 1993 zu einem grenzübergreifenden Nationalpark: Rund 230 qkm liegen auf ungarischem, etwa 100 qkm auf österreichischem Hoheitsgebiet. Der Südteil des Neusiedler Sees und die salzhaltigen, periodisch austrocknenden Lacken bilden den größten Teil des Nationalparks.

Das Aufeinandertreffen von Tieren und Pflanzen aus alpinen, pannonischen, asiatischen, mediterranen und nordischen Gebieten führt zu einem außergewöhnlichen Artenreichtum, der hier in vielfältigen Lebensräumen existiert. Mosaikartig liegen Feuchtgebiete, Trockenrasen, Eichenwälder, Sandsteppen, Weideflächen, Wiesengebiete und Salzstandorte nebeneinander. Etwa 300 Vogelarten leben hier. Die Hälfte davon sind Zugvögel, für die das Gebiet als Trittstein während ihrer Reise unverzichtbar ist.

Bild: tn_austrianss_jpg.jpg (3934 Byte)

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