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Zentralafrika |
Naturschutzgebiet Tsingy de Bemaraha
| Art: |
Naturdenkmal |
| seit: |
1990 |
| Erläuterung: |
Als vor Jahrmillionen der afrikanisch-indische Urkontinent
auseinander driftete, blieb mitten im Ozean die Insel Madagaskar zurück. Während es auf
den Kontinenten zu gewaltigen Veränderungen kam, blieb auf der Insel alles wie es war.
Das Vorhandene entwickelte sich lediglich weiter, zu einer bis heute beispiellosen
Vielfalt. Erst vor tausend Jahren begannen Einwanderer diese urkontinentale Landschaft zu
verändern. Nur wenige Landschaften konnten sich dieser Urbarmachung widersetzen. Das
Naturreservat der "Tsingys" stellt einer Besiedelung bis heute eine natürliche
Barriere entgegen: bizarre, nadelförmige Felsformationen. Wind- und Regenerosion haben
aus Korallenriffen zahllose, bis zu 30 Meter hohe, Felsspitzen geformt. Bis heute ist das
Gebiet mit seinen Höhlen, Schluchten und Flüssen in weiten Teilen unzugänglich und kaum
erforscht. Auch die wenigen Einheimischen die am Rande der Tsingys
leben, begegnen dem abweisenden Felsmassiv mit großem Respekt. Kaum einer, der es wagen
würde in die von messerscharfen Zinnen bewachten Schluchten vorzudringen. Es gibt hier
Orte die "fady" sind, tabu. Nur Auserwählte dürfen sie betreten.
"Tromba", der Platz der Orakel und Weissagungen ist solch ein Ort für die
Menschen eines kleinen Dorfes am Manambolo-Fluss, dessen Seitenarme sich in den Tsingys
verlieren. |
| Bild: |
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Königshügel von Ambohimanga ("Blauer
Hügel")
| Art: |
Kulturdenkmal |
| seit: |
2001 |
| Erläuterung: |
In den religiösen Vorstellungen der Madegassen wird das Schicksal
der Lebenden von den Ahnen bestimmt. Die Verstorbenen sind nicht tot, sie sind nur in eine
andere Form des Lebens übergegangen. Durch spezielle Riten an den Grabstätten werden die
Seelen der Vorfahren um Rat gefragt. Der Hügel von Ambohimanga ist der Geburtsort von
Andrianamapoinimerina, des berühmtesten Königs aus dem Volk der Merina. Bis 1898 war
hier seine und die Grabstätte anderer Könige. Dann wurde die Hauptstadt nach
Antananarivo verlegt und die königlichen Ahnen mussten mit. Die ehemalige Königsstadt
ist eine der heiligsten Plätze der Merina geblieben. Nichts darf hier verändert werden
und so sieht es hier immer noch aus wie vor 200 Jahren. In Ambohimanga
haben sich die letzten Holzgiebelhäuser Madagaskars erhalten, fein gefügt aus
Palisanderholz, von wahrhaft königlichen Ausmaßen.
Vergleicht man die Paläste mit denen europäischer Potentaten, lebten die
Merinaherrscher bescheiden. Ein einziger Raum, eine ummauerte Feuerstelle, zwei Betten
für den König, wovon eines am zentralen Stützpfeiler in fünf Meter Höhe befestigt ist
- bei Gefahr konnte er so nach oben fliehen - , am Boden ein Bett für die Frauen und die
Kinder.
Der heilige Bezirk der Stadt wird durch einen mit Stroh bedeckten Turm bewehrt.
Nachts wurde der Zugang durch einen viele Tonnen schweren, tellerförmigen, Stein
verschlossen. In den Gärten um die Holzpaläste wachsen Feigen- und Kautschukbäume. |
| Bild: |
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